Über die Anmaßung des Gemüse-Essens

WARNUNG: IM FOLGENDEN ARTIKEL IST VERLETZUNG UND WUT ENTHALTEN.
“Nahrung zu selektieren ist anmaßend”, ließ ich mir erklären. Von einer Menschin, die ich sehr gern habe.
“Bei so viel Hunger in der Welt, die teuersten Bio-Lebensmittel zu kaufen, ist nicht richtig”.
Zu den Fakten:
WIR Deutschen, beanspruchen 120 Prozent unserer landesweiten Agrarfläche in den südlichen Ländern, um unsere Schweine, Kühe und Hühner in den riesigen Mastanlagen auf bestialische Art und Weise mit Mais abfüttern zu können. Mit Gen-Mais, welcher jährlich um die 30.000 Menschenleben fordert, weil die Tiere Antibiotika-resistente Viren durch ihr gequältes Fleisch an uns weitergeben.
Mais ist nicht das natürliche Nahrungsmittel von Kühen und Schweinen und viel zu eiweißhaltig für ihren Verdauungstrakt. Die Folgen: Darmentzündung, Pansenübersäuerung, Osteoporose, Stoffwechselstörung, bakterielle Erkrankungen ..und und und.
Die ausländischen Bauern verlieren immer mehr ihres beackerbaren Erdreichs für ihre Selbstversorgung an UNSEREN Fleischwahn.
Das nächste Mal, denke bitte über die Vergabe des Prädikates “anmaßend” gewissenhafter nach.
Ich finde es verletzend und Deinerseits anmaßend, mich, als Menschin, die unnötige Lebensmittel weglässt und dafür regionales Gemüse und Getreide für (ja, unmöglich) mehr Geld einkauft dafür zu verurteilen, was Du nicht begreifst, weil Du nicht informiert bist.
Hätten wir nämlich noch unser altes Ackerland, würden damit den weltweiten CO2 Ausstoß um ein Drittel(!) senken, Tierqualen beenden und Bauernsubventionen umverteilen, wäre all das Leid und all der Schaden an uns und unserer Umwelt überhaupt nicht nötig.
Ach ja. Und wir hätten auch wieder Nitrat-unverseuchtes Trinkwasser.
Aber so schlau sind wir eben nicht.
Nicht wahr?
Die Umrodung und Trockenlegung der niedersächsischen Moorböden als Futteranbaugebiet, zerstört nicht nur unsere Fauna, sondern erzeugt überhohe Treibhausgas-Emissionen.
Wer sich einmal ein Bißchen auf das Thema konzentriert und nachfragt, wird schnell feststellen, dass unsere Industrie ein reines Himmelfahrtskommando für Alle ist, womit wir wiedermal bei der “natürlichen Selektion” angekommen wären.
“Friss oder stirb”, sagt man uns Deutschen, die an Osteoporose, Arthritis, Diabetis mellitus, Krebs, Alzheimer, Demenz, Neurologischen Erkrankungen und Drüsenerkrankungen abkratzen.
“Friss oder werde gefressen.”
Also FRESSEN wir (2/3 mehr als unseren Tagesbedarf!) und halten uns stöhnend die völlige, füllige Gürtelzone fest.
Wir fressen und fragen nicht.
Dabei müsste es doch wahrheitsgemäß heißen:
“Friss, damit Du gefressen werden kannst.” Denn wir sind auch nur bessere Masttiere.
Wir werden von der Lebensmittelindustrie so abgemästet wie die Hühner, um dann bessere Kunden des Versorgungssystems zu werden.
Wenn Monsanto durch TTIP erst unser Saatgut übernimmt, ist es zum Umdenken zu spät. (Nimm’ Dir mal Zeit und schau mal den prämierten Doku-Film ‘foodinc’ dazu auf YouTube)
Friss doch einfach mal nicht alles, was man Dir vorsetzt, sondern frage.
Frage, warum Dein Nachbar an Verfettung stirbt. Und frage NOCH GENAUER, warum die Menschen im Süden und Osten verhungern. Bevor Du das nächste Mal so unverschämt auf mich zeigst, die durch sämtliche Lebensmittelallergien schon ihr Drüsensystem eingebüßt hat; nimm bitte wenigstens richtige Argumente und belege mir anhand von Fakten, warum Fleischverzehr in dieser Form gut und richtig sein soll. Und nicht so Totschlagargumente wie: “Es ist mir zuwider, überhaupt über Lebensmittel so viel nachzudenken.” BUMM!
Totschlagargumente machen nämlich nur Eines. Sie schlagen zwischenmenschliche Fairness tot.
Aber auch darin zeigt sich, dass Du “Friss oder stirb” verinnerlicht hast. Du, die sich um Hunger und Not sorgt.
Du, die es eigentlich besser weiß. Du, die mit Leidenschaft in die Natur geht. Du, die einen Garten bestellt. Du, Kind der Wälder und Auen, die doch eigentlich ein Interesse hegen müsstest, diese zu erhalten. (?)
Lass’ nicht zu, dass man Dich so vergrämt. Und iss’ mal was Vernünftiges.
Hierzu gibt es ein allumfassendes Hörbuch, basierend auf dem Buch von Karen Duve “Anständig essen – Ein Selbstversuch”.
Also ich hoffe, dass hat Dich jetzt mindestens genauso vor den Kopf gestoßen, wie Du das mit mir gemacht hast und ich hoffe, dass Du für die Zukunft weißt: Ich fresse nicht Alles und ich sterbe nicht daran, aber ich arbeite damit was Du mir entgegen schmetterst und erkläre Dir dann gerne auch sachlich, warum ich -NEIN- dazu sage.
Ich hab Dich lieb.
Aber mach’ sowas bitte niiiiie niiie wieder.
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